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Mal wieder ein Lebenszeichen
geschrieben am 22. Mai 2007 in der Kategorie Ganz privat

Wie dem Bloggerkollegen Tetzlaff vom Sartorienfelder geht es auch mir gerade: sehr viel zu tun und kaum Zeit zum Bloggen. Dabei gäbe es einiges mitzuteilen. Zum Beispiel, daß ich gerade den ersten Job als Volljurist in einem mittelständischen Pharmaunternehmen vor den Toren Hamburgs angenommen habe, wo ich mich gerade fleißig einarbeite. Daß ich dort gerade eine Wohnung suche. Und mir mein erstes Auto gekauft habe (oder besser: habe kaufen lassen, aber das ist eine lange Geschichte). Und und und…

Demnächst an dieser Stelle also mehr aus dem etwas höheren Norden als bisher, und wahrscheinlich hauptsächlich an Wochenenden und Feiertagen. Oder mal zwischendurch aus dem Zug. Denn endlich habe ich es geschafft, mir eine mobile Internetflat zuzulegen. Insgesamt also doch ganz gute Aussichten für dieses Blog.

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Mit Gefühl, schubidu…
geschrieben am 9. Mai 2007 in der Kategorie Ganz privat, Thesis, Wissenschaft

Schon um 18 Uhr singen die studentischen Nachbarn, den Grill umlagernd, laut zum CD-Spieler mit. Heute schütte ich mich zu erklingt es aus etwa einem Dutzend Kehlen. Wehmütig denke ich an meine Studentenzeit zurück und blende dabei die unangenehmen Erinnerungen (wie z.B. an durchwachte Nächte vor der Abgabe von Hausarbeiten) einfach aus. Auch wir waren jung, fröhlich und unbeschwert.

Dagegen sitze ich jetzt an zwei Vorträgen, die ich nächste Woche in Bremerhaven und Aachen halten werde. Statt Thesenpapieren für die Kommilitonen gibt es heutzutage Powerpoint-Präsentationen im corporate design.

Die Naturwissenschaftler vom AWI akzeptieren nicht einmal mehr einen deutschsprachigen Vortrag, sondern wünschen sich eine Darstellung in englischer Sprache. Wie gut, daß ich erst kürzlich in Washington ein bißchen üben konnte. Und wenn ich meine Aussprache mit der jener französischen EU-Kommissionsbeamtin vergleiche, die am Montag im Forum Hochschulbildung anläßlich der Auftaktveranstaltung zum Europäischen Bildungsprogramm in Berlin sprach, muß ich mich wahrlich nicht schämen. Die Nachbarn nebenan übrigens auch nicht. Die singen nämlich gerade ganz passabel den Refrain von Relight My Fire mit. Und das paßt schließlich gut zum studentischen Grillfest.

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Unbezahlbar
geschrieben am 11. April 2007 in der Kategorie Ganz privat, Jobsuche

Ein weißes Hemd, XXL – 49,- €

Eine rote Seidenkrawatte – 24,- €

Ein Becher Kaffee to go am Göttinger Bahnhof – 1,10 €

Sich auf dem Weg zum Bewerbungsgespräch im Zug den halben Becher Kaffee über die Klamotten gießen, an einem Umsteigebahnhof im Schweinsgalopp eine neue Krawatte kaufen, die Sache mit Humor und als Aufhänger für das Interview nehmen, das dann (trotz der Kaffeeflecken) sehr nett und zugleich recht konstruktiv verläuft – unbezahlbar!

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Bewerbungsmarathon
geschrieben am 27. März 2007 in der Kategorie Ganz privat, Jobsuche

In diesem Blog ist es seit dem Examen etwas stiller geworden als sonst. Das hängt allerdings nicht damit zusammen, daß in meinem Leben so wenig passieren würde – ganz das Gegenteil ist der Fall. In der laufenden Bewerbungsphase nutze ich die Gelegenheit, Unternehmen und Kanzleien in ganz Deutschland kennenzulernen, und es ist spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Akteure auf dem Gesundheits- und Gesundheitsberatungsmarkt diesen einschätzen und sich auf den hochgradig regulierten Wettbewerb einlassen. Interessant ist auch, daß ich manchmal mit hunderten von anderen Bewerbern auf eine ausgeschriebene Stelle konkurriere, in anderen Fällen dagegen Unternehmen gezielt an mich herantreten und mich kennenlernen wollen.

Ebenso auffällig und für mich durchaus unerwartet ist, daß dem ersten Gespräch (mit der Personalabteilung, der Geschäftsführung oder den Partnern der Kanzlei) zumeist weitere folgen. Bisher war ich davon ausgegangen, daß für die Einstellung von Berufseinsteigern ein einziges Bewerbungsgespräch den Standard darstellen würde. Offensichtlich wird aber auch bei Absolventen inzwischen sehr genau geschaut, wen man sich ins Unternehmen holt und ob der- bzw. diejenige ins Team paßt. Generell sollte man den “Nasenfaktor” nicht unterschätzen, denn was nützen die schönsten Qualifikationen, wenn es ganz unterschiedliche Vorstellungen vom Geschäft und der täglichen Zusammenarbeit gibt?

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W-W-Warten
geschrieben am 15. März 2007 in der Kategorie Ganz privat

Die beste Freundin von allen will mich heute abend in der Stadt treffen, in der sie wochentags arbeitet. Ich habe zugesagt, bin mit der Bahn angereist und saß zum vereinbarten Treffpunkt in der vereinbarten Kneipe. Das war vor dreieinhalb Stunden. Ausgerechnet heute dauert die Arbeit länger, jeweils im halbstündigen Abstand “nur noch zehn Minuten”.

Glücklicherweise gibt es hier WLAN.

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OpenOffice mit Macken
geschrieben am 1. März 2007 in der Kategorie Ganz privat

Schon vor einiger Zeit habe ich (außer WinXP) sämtliche Microsoft-Produkte von meinem Rechner verbannt und bin auf Firefox, Thunderbird und OpenOffice umgestiegen. Einige Funktionen der freien Software sind besser, andere deutlich schlechter als beim Marktführer. Leider stürzt nicht nur Microsoft-Software, sondern auch das hochgelobte OpenOffice ab und an mal ab – wie ich gerade leidvoll erfahren mußte, auch auf einem frisch installierten System. Auf dem ich blöderweise vergessen habe, die automatische Speicherung zu aktivieren (die ich als vorgegeben erwartet hätte). Nimmt man dann noch die etwas schwierigere Bedienung des OpenOffice hinzu, ärgere ich mich inzwischen fast über den Wechsel. Aber jetzt geht es erstmal weiter. Bis zum Vortrag habe ich ja noch ein paar Stunden.

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Bestanden
geschrieben am 23. Februar 2007 in der Kategorie Ganz privat, Referendariat

Nach 26 Monaten Referendariat bin ich gestern zusammen mit einer Kollegin und drei Kollegen ins Leben entlassen worden. Volljurist, Rechtsassessor, Ass. iur. – an diese Bezeichnungen muß ich mich erstmal gewöhnen.

Die Prüfung selbst hatte ein recht ordentliches Niveau (was für die spätere Punktevergabe aber offensichtlich nicht so schlecht war), mit deren Inhalten ich allerdings nicht gerechnet habe. Nach dem Aktenvortrag (ohne “Leiche”, aber mit einer starken Gegenansicht, gegen die ich mich verteidigt habe) ging es hauptsächlich um Mobiliarsachenrecht, später um die Freilassung der RAF-Terroristen (§§ 56, 57, 57a StGB) und den “Deal” im Strafprozeß am Beispiel des Falles Peter Hartz, gemessen an den Grundsätzen des Strafprozeßrechts. Der Höhepunkt war dann die Prüfung im Öffentlichen Recht, die im Kommunalrecht spielte. Zu prüfen war die Klage eines Magistratsmitglieds gegen die Verweigerung der Einsicht in die Unterschriftenlisten eines Bürgerbegehrens. Schön auch, wenn man in einer Prüfung mal wieder mit einer doppelt analogen Fortsetzungsfeststellungsklage konfrontiert wird.

Das Ergebnis war für fast alle Kandidaten erfreulich, auch wenn natürlich nicht alle Blütenträume erfüllt wurden. Und jetzt bin ich gespannt, welche Chancen ich auf dem Arbeitsmarkt habe.

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So soll es sein
geschrieben am 20. Februar 2007 in der Kategorie Ganz privat, Referendariat

Es ist 18.34 Uhr, und der Vortrag steht. Sofern mir heute abend und morgen keine groben Schnitzer mehr auffallen, kann ich mich nun getrost dem Auswendiglernen guten Vortragsstil widmen. Der Fall ist recht dankbar, hat eine große “Kann-man-so-oder-so-entscheiden”-Komponente eingebaut und mich ganz zum Schluß (Zinsen, vorläufige Vollstreckbarkeit) noch einmal schön ins alte BGB und die alte ZPO geführt. Den Mittwoch kann ich also getrost mit Spaziergängen um den Kiessee verbringen und dabei wie einst der heilige Franziskus zu den Vögeln sprechen.

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Die Akte für den Vortrag
geschrieben am 19. Februar 2007 in der Kategorie Ganz privat, Referendariat

Seit heute arbeite ich an der definitiv letzten Akte meines Referendariats. Es handelt sich um die Aufgabe für den Aktenvortrag, der in Hessen noch bis Ende des Jahres in der Langform gehalten wird. Das bedeutet eine echte, mehrere Dutzend Seiten lange Akte und drei Tage Vorbereitungszeit.

Zum Inhalt der Akte darf ich, anders als bei den Klausuraufgaben, öffentlich nichts sagen. Einerseits ist es mir nämlich verboten, mit Dritten über den Fall zu reden, denn das könnte als Täuschungsversuch ausgelegt werden und zum Nichtbestehen des gesamten Examens führen. Andererseits könnte die Akte bis zur Einführung des Kurzvortrags nochmal ausgegeben werden, und eine bekannte Aufgabenstellung verzerrt möglicherweise die Prüfungsleistung.

Nur soviel: Die Akte ist gute 20 Jahre alt und damit geradezu taufrisch – wenn man bedenkt, daß immer noch Fälle aus den 1960er und 1970er Jahren ausgegeben werden. Sie spielt in einem illustren Nebengebiet des Zivilrechts und hat einige nette prozessuale Besonderheiten, scheint aber recht gut lösbar zu sein. Jedenfalls arbeite ich am Abend des ersten Bearbeitungstages schon an der Ausformulierung des Vortragstextes und habe in den nächsten Tagen noch genug Zeit, um in Ruhe mögliche Ungereimtheiten der Lösung aufzuspüren und am Vortragsstil zu feilen.

Und dann, am Donnerstagabend, wird mein Referendariat nach fast 26 Monaten vorbei sein. Trotz einiger Kritikpunkte ziehe ich insgesamt eine recht positive Bilanz der Ausbildung. Ich bin mit der Entscheidung für die Ausbildung in Hessen sehr zufrieden und würde wieder dorthin gehen. Doch vor der Sentimentalität ist noch ein einziges Mal volle Konzentration angesagt.

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Blogger unter sich
geschrieben am 16. Februar 2007 in der Kategorie Ganz privat, Jobsuche, Rechtliches, Web 2.0

Das kleine, private Blawger-Treffen mit Alexander von jurabilis im 5 Flavor (unter Supervision der besten Freundin von allen) hat interessante Fragen aufgeworfen. Zum Beispiel, warum Blawgs mit der gleichen Zielgruppe ganz unterschiedliche Kommentatoren haben. Oder welche Vor- und Nachteile von Gemeinschaftsblawgs es gibt. Warum so wenige Frauen blawgen. Ob selbstgeschriebener Alltagscontent die Leser stärker interessiert als das Zitieren von Gerichtsentscheidungen oder woanders geklaute im Netz gefundene Medieninhalte. Außerdem ging es natürlich auch um die sich gerade akut aufdrängende Frage, ob die Bloggerei die Chancen auf dem Arbeitsmarkt versaut (einhellige Ansicht: nein!).

Habe ich etwas vergessen? Nach einem Gespräch von viereinhalb Stunden bestimmt. Aber eine Wiederholung soll es demnächst geben, gern auch in größerer Runde.

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