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Abgelenkt
geschrieben am 2. Juli 2009 in der Kategorie Humor

Ein längeres Telefonat mit einem Kollegen in einem südeuropäischen Land. Es geht um haftungsrechtliche Details in einem komplexen Liefervertrag. Ich rede und rede – und höre plötzlich nichts mehr. Das liegt allerdings nicht an der Leitung, sondern an dem Sachverhalt, den mir der Kollege nach der Stille mitteilt:

“Sorry, Christian, but there was a beautiful young blonde woman walking into my office, so I couldn’t listen what you were saying.”

Dafür habe ich natürlich Verständnis.

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Börsenmakler und ähnlich unnütze Personen
geschrieben am 30. Mai 2009 in der Kategorie Deutschland, Humor, Web 2.0

“Dein Sprachstil laeßt auf Bildung schliessen. Du arbeitest dir bestimmt nicht den Rücken wund. Der Ausdruck “Zum Kotzen” wird öffentlich gerne von Börsenmaklern und ähnlich unnützen Personen als Antwort auf Kritik an ihren Machenschaften benutzt.”

(Kommentator #5 aspirin zu einem Diskutanten der Frage, ob die öffentliche Hand zu 100 % für die Rettung deutscher Touristen aus Notsituationen aufkommen soll.) Die Dauertrolltage bei …jurabilis! zeigen einen traurigen Höhepunkt nach dem anderen. Wo nimmt dieses Blawg nur immer solche Kommentatoren her?

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Verdächtiger Fahrgast
geschrieben am 6. April 2009 in der Kategorie Humor, Unterwegs

Am Kölner Hauptbahnhof steige ich in ein Taxi. Der Fahrer, ein älterer Herr, fragt mich freundlich nach meinem Fahrtziel.

“Zum Landgericht, bitte”, antworte ich ihm.

Der Fahrer stutzt und schaut mich entsetzt an: “Was haben Sie denn verbrochen?”

Jura studiert, und noch ein paar andere Dinge. Nach einer kurzen Einführung in den Unterschied zwischen Straf- und Zivilrecht bin ich dann aber zügig und auf dem kürzesten Weg angekommen.

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Der Amtmann wundert sich
geschrieben am 6. März 2009 in der Kategorie Aktuelles, Deutschland, Humor, Politik, Wirtschaft

Spiegel Online schreibt über das der Bundesregierung vorgelegte Sanierungskonzept von Opel:

In Regierungskreisen werde das Papier als Unverschämtheit abgekanzelt. Ein Großteil des 217 Seiten starken Plans sei auf Englisch verfasst [...]

Liebe deutsche Beamte, herzlich willkommen in der wirtschaftsrechtlichen Realität des Jahres 2009!

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Wussten Sie schon… (1)
geschrieben am 12. Dezember 2008 in der Kategorie Geistiges Eigentum, Humor, Rechtliches, Technik, USA, Zivilrecht

…dass Sie eine Erfindung, die Sie im Weltraum machen, gemäß 35 U.S.C. 105 (a) beim amerikanischen Patent- und Markenamt zum Patent anmelden können?

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Singende Engländer
geschrieben am 11. Dezember 2008 in der Kategorie Humor, Unterwegs

Später Dezembernachmittag an einem norddeutschen Provinzbahnhof. Zwei ältere Damen unterhalten sich unüberhörbar im Zungenschlag des südlichen Hamburger Umlands.

Dame #1: “Jetzt kommt ja wieder die schönste Zeit im Jahr.”
Dame #2: “Ja, bald ist Weihnachten.”
Dame #1: “Und dieses Jahr mache ich es mir besonders schön. Ich kaufe mir nämlich nachher diese Langspielplatte aus der Werbung.”
Dame #2: “Eine Langspielplatte?”
Dame #1: “Ja, die aus der Telefonwerbung. Da singt doch immer dieser Engländer.”
Dame #2: “Natürlich, den kenne ich auch. Der singt doch Oper, der Engländer.”
Dame #1: “Ich habe aber vergessen, wie der heißt. Ist aber auch immer schwierig, bei den Engländern.”
Dame #2: “Da kann ich dir helfen, den Namen habe ich mir nämlich gemerkt: Das ist Harry Potter.”
Dame #1: “Natürlich, Harry Potter! Der singt aber auch so schön. Nach der Langspielplatte frage ich gleich mal.”

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Leider nicht vollstreckbar
geschrieben am 9. Oktober 2008 in der Kategorie Anwaltspraxis, Humor, Rechtliches, Zivilrecht

Ein Gläubiger will bei der Mandantin eine Forderung vollstrecken. Er schreibt:

“Nach dem vollstreckbaren Vollstreckungsbescheid des Amtsgerichts …”

Unglücklicherweise ist der Vollstreckungsbescheid diesmal ausnahmsweise nicht vollstreckbar. Und das liegt weder am Gericht noch am Bescheid an sich, sondern schlicht daran, dass der Gläubiger bei der falschen Person hat zustellen lassen.  Also schreibe ich höflich zurück, dass es diesmal nichts wird mit der vollstreckbaren Vollstreckung.

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Integrationsfähig
geschrieben am 8. September 2008 in der Kategorie Bayern, Ganz privat, Humor, Unterwegs

Meine Tendenz, in Städten mit den Anfangsbuchstaben W zu studieren oder zu arbeiten, setzt sich gerade fort. Seit einer Woche arbeite ich im oberbayerischen Wolfratshausen.

In einem der Vorstellungsgespräche zu meiner neuen Stelle fragte man mich, ob ich in Bayern überhaupt integrationsfähig sei. Nach einer Woche im neuen Job kann ich eine erste Zwischenbilanz ziehen:

  • Das “Grüß Gott” habe ich mir, in bester Erinnerung an meine Studienzeit in Wien, schon in der ersten Woche wieder angewöhnt. Ich mag regionale Ausdrucksweisen – ebenso gern sage ich zuhause den ganzen Tag über Moin, oder grüße in Berlin mit säuerlichem Gesichtsausdruckauch mal gar nicht.
  • Seit ein paar Tagen fahre ich die Strecke zur und von der Arbeit über den Mittleren Ring entspannt ohne Navi. Die sich anschließende A 95 mit ihren vielen alten Bäumen im Münchner Süden ist meiner Ansicht nach eine der schönsten Strecken in Deutschland. Noch sind in Bayern Schulferien – ab nächster Woche, so haben mir die Kollegen glaubhaft versichert, würde ich für den täglichen Weg zur Arbeit mindestens fünf Stunden, eine Tankfüllung Benzin und zwei Packungen einer hauseigenen Psychopharmaka-Produktion benötigen. Au weia.
  • In der Kantine bestelle ich mit Freuden Schweinebraten mit Knödeln und Blaukraut. Herrlich rustikal im Geschmack, schlecht für Figur und Cholesterinspiegel. Eben typisch bayerisch.
  • Heute habe ich den ersten geschäftlichen Termin auf dem Oktoberfest in meinen Kalender eingetragen.

Ich glaube, integrationsmäßig bin ich auf einem guten Weg. Weitere Einträge in der neuen Kategorie “Bayern” werden folgen. Servas!

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Stud. iur. im geschäftlichen Verkehr
geschrieben am 1. September 2008 in der Kategorie Humor, Jurastudium, Rechtliches

Zu meinem Artikel über die verschiedenen juristischen Berufsbezeichnungen kommentierte heute ein Leser:

“Also das mit dem stud. iur. werde ich nach Studienbeginn dann auch, wenn erforderlich, im geschäftlichen Verkehr verwenden.

Denke das könnte in bestimmten Situationen von Vorteil sein :-)

Ich glaube, eher nicht.

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Strömwochenenden mit Schutzengel und Herzensenergie
geschrieben am 31. August 2008 in der Kategorie Humor, Web 2.0, Wirtschaft

Bekommen meine Leserinnen und Leser mit XING-Profil auch so illustre Termine vorgeschlagen? Ich wundere mich jedenfalls über “Strömwochenenden” und Seminare, die mir Kontakt zu meinem Schutzengel vermitteln sollen, Herzensenergieabende, Workshops für (oder gegen?) Flüche sowie Abende zu “Reinigung und Räucherung”. Immerhin ist auch ein Seminar dabei, das “Investieren wie institutionelle Anleger” verspricht und zeigen soll, wie man Lebensversicherungen aufkauft.

Ich frage mich auch, ob dem eigenwilligen Angebot eine entsprechende Nachfrage gegenübersteht. Falls dem tatsächlich so sein sollte, werde ich vielleicht auch mal ein Seminar anbieten. “Das BGB gemeinsam durchlesen” oder “Wir singen das Verwaltungsrecht” sollte schließlich mindestens soviele Teilnehmer anziehen wie ein Schutzengelseminar.

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